| Als Antwort auf die immer schwieriger werdende Situation vieler Kinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaft haben wir in unserer Schule per Gesamtkonferenzbeschluss das “Sozialtraining” als verpflichtende AG eingerichtet. Hiermit wollen wir ein Gegengewicht zum steigenden Werteverfall und zur zunehmenden Orientierungslosigkeit unter den Jugendlichen setzen, die u.a. verantwortlich dafür sind, dass es immer schwieriger wird, eine positive Lern- und Arbeitsatmosphäre in der Schule aufrecht zu erhalten.
Diese AG ist ein weiterer Faktor, der uns hilft, ein Schulklima zu schaffen, in dem Kinder und Jugendliche sich angenommen fühlen und wo es sich lohnt, eine Identifikation mit Schule aufzubauen.
Da in der Stundentafel der Realschule keine Verfügungsstunde vorgesehen ist, gab es bisher keinen festen Rahmen, um die oben genannten Punkte kontinuierlich umsetzen zu können. Das Sozialtraining als verpflichtende AG, von der Klassenlehrkraft unterrichtet, bietet die Chance, ohne Noten-, Zeit- und Erfolgsdruck akute Probleme angemessen bearbeiten zu können, Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln, das Sozialverhalten in der Klasse zu verbessern und Grundlagen für teamfähiges, sozialverträgliches Lernen zu legen.
Wir haben uns entschieden, gleich zu Beginn in die Arbeit mit dem 7. Jahrgang einen Schwerpunkt zu legen: die Klassenlehrer/innen haben in der ersten Schulwoche 16 Unterrichtsstunden (an den ersten beiden Tagen je fünf und danach je zwei) in ihrer eigenen Klasse, um innerhalb der ersten Tage den Schüler/innen Gelegenheit zu geben, sich als Persönlichkeiten unabhängig von irgendwelchen schulischen Leistungsanforderungen kennen zu lernen, den Schulvertrag und Klassenregeln zu besprechen und ihre Lernumgebung positiv mit zu gestalten.
Anschließend findet diese AG im 7. Jahrgang regelmäßig mit einer Stunde pro Woche statt. So wird durch intensives Training des Sozialverhaltens eine Basis gelegt, die stabil genug sein wird, dass in der Hochblüte der Pubertät tragfähige Kompromisse für ein erfolgreiches Zusammenleben und eine positive Lernatmosphäre eingegangen werden können. Im 8. und 9. Jahrgang wird dieses Training dann mit einer Stunde vierzehntägig fortgesetzt.
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